Standard ist das Format, mit dem die meisten Spieler ins kompetitive Magic einsteigen — und das aus gutem Grund. Du brauchst keine jahrelange Kartensammlung, kein Wissen über zwanzig Jahre Kartengeschichte und keinen riesigen Wildcard-Vorrat für ein einziges Deck. Alle Spieler starten mit denselben aktuellen Sets, der Meta verändert sich mehrmals im Jahr, und wer regelmäßig die neuen Erweiterungen verfolgt, ist automatisch auf dem Laufenden.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Standard erlaubt Karten aus den letzten ca. 2–3 Jahren — immer die neuesten Sets von Wizards of the Coast
  • Aktuell erlaubt (Stand Juli 2026): 17 Sets von Wilds of Eldraine bis Marvel Super Heroes sind Standard-legal — vollständige Liste unten
  • Rotation findet normalerweise jährlich im Herbst statt — 2026 ist ausnahmsweise ein Pausenjahr ohne Rotation, die nächste kommt erst Anfang 2027
  • Foundations ist ein Sonderfall: Es bringt viele Klassiker der Magic-Geschichte als Neuauflagen zurück und bleibt als einziges Set dauerhaft Standard-legal, unabhängig von der jährlichen Rotation
  • Deckbau: Ein Standard-Deck besteht aus mindestens 60 Karten, maximal 4 Kopien einer Karte (außer Basis-Länder), plus optionalem 15-Karten-Sideboard
  • Gespielt wird beim wöchentlichen Friday Night Magic, auf Regional Championships, in der Pro Tour und jederzeit auf MTG Arena

Ich spiele Standard seit Jahren und kann dir sagen: Kein anderes Format zwingt dich so sehr dazu, wirklich zu verstehen, was gerade stark ist. Wer in Standard gewinnen will, muss den aktuellen Meta kennen — nicht die Karte, die vor acht Jahren broken war.

Was ist das Standard-Format in Magic?

Standard ist das bekannteste kompetitive Constructed-Format in Magic: The Gathering. Constructed bedeutet, dass du dein Deck vor dem Turnier zusammenstellst und mit genau diesem Deck spielst — im Gegensatz zu Limited-Formaten wie Draft oder Sealed, bei denen du dein Deck aus zufällig gezogenen Karten baust.

Das Besondere an Standard ist die zeitliche Begrenzung der erlaubten Karten. Während du im Modern-Format Karten aus über zwei Jahrzehnten Magic-Geschichte nutzen kannst und im Commander auf nahezu alle je gedruckten Karten zugreifst, beschränkt Standard dich auf die aktuellen Sets. Das klingt zunächst einschränkend, ist aber in der Praxis ein enormer Vorteil: Du brauchst keine jahrelange Sammlung, keine teuren Legacy-Staples und kein Wissen über Karten, die schon lange vor dir gedruckt wurden.

Standard ist das Format, das Wizards of the Coast am intensivsten für kompetitiven Play designed. Die Pro Tour — das Spitzenniveau im kompetitiven Magic — wird fast ausschließlich auf Standard gespielt. Wer in der Profi-Szene mitspielen will, kommt an Standard nicht vorbei.

Gleichzeitig ist Standard auch das Format, das ich Einsteigern empfehle, die zum ersten Mal ein kompetitives Deck bauen wollen. Der Einstieg ist vergleichsweise erschwinglich, alle Spieler arbeiten mit denselben Voraussetzungen, und durch die regelmäßige Rotation bleibt das Format frisch. Ein Deck, das heute im Meta ganz oben steht, kann nach der nächsten Rotation komplett überholt sein.

Wenn du noch nicht weißt, welche Magic-Formate es überhaupt gibt, empfehle ich dir meinen Überblicksartikel, in dem ich alle wichtigen Formate vorstelle und vergleiche.

Welche Sets sind aktuell in Standard erlaubt?

Stand Juli 2026 sind folgende Sets in Standard legal:

Wilds of Eldraine (September 2023) brachte uns zurück in die märchenhafte Welt von Eldraine, diesmal nach einem Fluch, der das Land in eine albtraumhafte Schlafstarre versetzt hat. Das Set enthält viele starke Abenteuer-Karten und war prägend für mehrere Meta-Decks.

The Lost Caverns of Ixalan (November 2023) führt uns in die Unterwelt von Ixalan, wo Dinosaurier, Vampire, Merfolk und Piraten um uralte Schätze kämpfen. Das Set hat mehrere starke Einzelkarten für kompetitive Decks geliefert.

Murders at Karlov Manor (Februar 2024) ist ein Krimi-Set, das in der Stadt Ravnica spielt und eine Mordermittlung zum Thema hat. Mechanisch dreht sich vieles um Beweismittel und Nachforschungen.

Outlaws of Thunder Junction (April 2024) bringt Magic in den Wilden Westen. Das Set enthält viele starke Aggro-Karten und war besonders für rote Decks eine wichtige Ergänzung.

Bloomburrow (August 2024) ist ein charmantes Set mit anthropomorphen Tieren als Hauptcharakteren. Mechanisch stark im Bereich Tokens und kleinen Kreaturen.

Duskmourn: House of Horror (September 2024) ist Magic’s Hommage an den Horrorfilm. Das Set spielt in einem Haus, das eine eigene lebendige Dimension ist, und brachte starke Karten für Kontroll- und Midrange-Strategien.

Magic: The Gathering Foundations (November 2024) ist ein Sonderfall. Dieses Set wurde explizit dafür designed, als dauerhafter Standard-Anker zu dienen. Foundations rotiert nicht mit dem normalen Rotationszyklus, sondern bleibt mindestens bis 2029 Standard-legal. Das Set enthält viele Klassiker der Magic-Geschichte in neuen Standard-legalen Drucken und sorgt so dafür, dass Einsteiger nicht komplett bei null anfangen müssen.

Aetherdrift (Februar 2025) ist ein Set rund um ein galaktisches Rennen über mehrere Welten des Multiversums. Mechanisch dreht es sich um Fahrzeuge und das neue Exhaust-Keyword.

Tarkir: Dragonstorm (April 2025) bringt uns zurück nach Tarkir, das nun von Drachen und ihren Stämmen beherrscht wird. Das Set hat viele starke Drachen und Drachensynergien mitgebracht und prägt den aktuellen Meta erheblich.

Final Fantasy (Juni 2025) ist das erste Universes-Beyond-Crossover, das von Anfang an vollständig Standard-legal war. Cloud, Terra, Sephiroth und Co. brachten starke Legenden-Karten mit, die den Meta bis heute prägen.

Edge of Eternities (August 2025) schickt Magic ins Weltall — ein Sci-Fi-Set mit Raumschiffen, neuen Spezies und dem Exhaust-Nachfolger-Mechaniken rund um interstellare Reisen.

Marvel’s Spider-Man (September 2025) ist ein kompaktes Crossover-Set rund um Spider-Man und sein Universum, mit Fokus auf schnelle Aggro- und Tempo-Strategien.

Avatar: The Last Airbender (November 2025) bringt die vier Elemente-Nationen aus der Nickelodeon-Serie nach Standard, mit Bending-Mechaniken für jede Farbe.

Lorwyn Eclipsed (23. Januar 2026) führt zurück in die Feenwelt von Lorwyn und ist das erste Set des Jahres 2026.

Teenage Mutant Ninja Turtles (6. März 2026) ist ein Crossover-Set mit den Comic- und Filmhelden der Teenage Mutant Ninja Turtles und ist vollständig Standard-legal.

Secrets of Strixhaven (24. April 2026) kehrt zurück an die Zauberschule Strixhaven.

Marvel Super Heroes (26. Juni 2026) ist ein Crossover-Set mit Charakteren aus dem Marvel-Universum und aktuell das neueste Standard-legale Set.

Auf einen Blick

  • 17 Sets sind aktuell Standard-legal (Stand Juli 2026)
  • Foundations rotiert nicht mit — es bleibt dauerhaft Standard-legal bis mindestens 2029
  • Marvel Super Heroes (Juni 2026) ist aktuell das neueste Standard-legale Set

Wie funktioniert die Standard-Rotation?

Die Rotation ist das Kernprinzip, das Standard von anderen Constructed-Formaten unterscheidet. Sie sorgt dafür, dass ältere Karten regelmäßig aus dem Format fallen und Platz für neue Strategien machen.

Grundsätzlich rotiert Standard einmal pro Jahr, immer im Herbst, wenn das neue große Fall-Set erscheint. Zu diesem Zeitpunkt verlassen die ältesten Sets das Format. Wizards of the Coast hat das Rotationssystem im Laufe der Jahre mehrfach angepasst. Das aktuelle Modell sieht vor, dass jeweils etwa zwei bis drei Jahre an Sets gleichzeitig Standard-legal sind.

Die Logik dahinter ist einfach: Wenn immer mehr Sets hinzukommen, ohne dass ältere Sets das Format verlassen, wird Standard irgendwann genauso komplex wie Modern. Die Rotation verhindert das und hält den Pool an legalen Karten überschaubar.

Was viele Einsteiger nicht wissen: Sets rotieren immer en bloc. Ein einzelnes Set verlässt das Format nicht Karte für Karte — es ist entweder komplett legal oder komplett verbannt. Das macht es einfach zu verstehen, was gerade erlaubt ist.

Die genaue Rotation lässt sich jederzeit auf der offiziellen Wizards-Website oder auf MTG Arena nachschlagen. In der Arena-App werden Sets, die kurz vor der Rotation stehen, mit einem entsprechenden Hinweis markiert.

Wann rotiert welches Set?

2026 ist ausnahmsweise ein Pausenjahr: Wizards hat offiziell angekündigt, dass es dieses Jahr keine Herbstrotation gibt, damit die Rotation ab 2027 mit dem Kalenderjahr zusammenfällt. Stand Juli 2026 sind folgende 17 Sets legal:

SetReleaseRotiert voraussichtlich
Wilds of EldraineSeptember 2023Anfang 2027
The Lost Caverns of IxalanNovember 2023Anfang 2027
Murders at Karlov ManorFebruar 2024Anfang 2027
Outlaws of Thunder JunctionApril 2024Anfang 2027
BloomburrowAugust 2024Anfang 2027
Duskmourn: House of HorrorOktober 2024Anfang 2027
Magic: The Gathering FoundationsNovember 2024~2029 (Sonderfall)
AetherdriftFebruar 2025~2028
Tarkir: DragonstormApril 2025~2028
Final FantasyJuni 2025~2028
Edge of EternitiesAugust 2025~2028
Marvel’s Spider-ManSeptember 2025~2028
Avatar: The Last AirbenderNovember 2025~2028
Lorwyn EclipsedJanuar 2026~2029
Teenage Mutant Ninja TurtlesMärz 2026~2029
Secrets of StrixhavenApril 2026~2029
Marvel Super HeroesJuni 2026~2029

Foundations ist dabei ein wichtiger Ausnahmefall. Da dieses Set explizit als dauerhafter Anker für Standard designed wurde, rotiert es nicht mit dem normalen Rhythmus. Es bleibt mindestens bis 2029 Standard-legal, unabhängig davon, wie viele andere Sets kommen und gehen.

Die nächste Rotation kommt erst Anfang 2027, gebündelt mit dem ersten Set des Jahres. Dann verlassen die sechs ältesten Sets das Format: Wilds of Eldraine, The Lost Caverns of Ixalan, Murders at Karlov Manor, Outlaws of Thunder Junction, Bloomburrow und Duskmourn. Bis dahin bleibt dein aktuelles Deck ohne Rotationsdruck spielbar. Mehr Details zur Pausenjahr-Logik und was das für deine Sammlung bedeutet, findest du im Standard-Rotation-2026-Ratgeber.

Was bedeutet das für deinen Deckbau? Investiere in Karten aus Foundations (rotiert praktisch nie) oder aus den 2025er/2026er-Sets (rotieren erst 2028/2029). Bei den sechs ältesten Sets lohnt sich der Blick auf die Anfang-2027-Rotation, aber bis dahin ist noch Zeit.

Auf einen Blick

  • 2026 ist ein Pausenjahr ohne Herbstrotation — alle 17 aktuell legalen Sets bleiben legal
  • Die nächste Rotation kommt erst Anfang 2027 und betrifft die sechs ältesten Sets (Wilds of Eldraine bis Duskmourn)
  • Foundations rotiert nicht — es bleibt dauerhaft Standard-legal bis mindestens 2029
  • Beim Deckbau immer die verbleibende Lebensdauer der genutzten Sets bedenken

Warum spielt man Standard?

Die Frage, warum man Standard spielt, ist eigentlich leichter beantwortet als die Frage, warum man es nicht spielt. Standard hat einige handfeste Vorteile gegenüber anderen kompetitiven Formaten.

Zugänglich über Wildcards statt Geldbeutel. Auf Arena baust du dein Standard-Deck über Wildcards und den Deckbau-eigenen Kartenpool, nicht über den Geldbeutel wie im Papierspiel. Weil Standard nur die letzten paar Jahrgänge umfasst, brauchst du deutlich weniger Wildcards als für Historic oder Timeless, wo praktisch die gesamte Arena-Kartengeschichte im Pool steckt. Standard ist damit das zugänglichste kompetitive Constructed-Format auf Arena.

Alle spielen mit denselben Karten. Es gibt keine zwanzig Jahre alten Karten, die einen strukturellen Vorteil gegenüber neueren Spielern geben. Wer die aktuellen Sets kennt, hat dieselben Voraussetzungen wie alle anderen. Das sorgt für eine fairere Ausgangslage als in Formaten mit riesigen Kartenpools.

Frischer Meta durch Rotation. Standard verändert sich ständig. Neue Sets können den Meta innerhalb weniger Wochen komplett auf den Kopf stellen. Das ist aufregend und hält das Format lebendig. Wenn du es satt bist, immer gegen dieselben Decks zu spielen — das passiert in Standard deutlich seltener als in Modern.

Direkte Verbindung zur Profi-Szene. Standard ist das Format der Pro Tour. Wenn du die Karriere der Profispieler verfolgen willst oder selbst Ambitionen in dieser Richtung hast, ist Standard der richtige Einstiegspunkt.

MTG Arena. Das digitale Pendant zu Standard ist auf MTG Arena kostenlos spielbar und enthält genau dieselben Sets wie das Papier-Format. Du kannst Standard auf Arena ohne Geldausgaben lernen, indem du dir Karten durch tägliche Aufgaben und Events verdienst.

Es gibt aber auch Nachteile, die ich ehrlich ansprechen will. Durch die Rotation verlieren deine Karten nach zwei bis drei Jahren ihre Legality. Das heißt, du musst regelmäßig in neue Sets investieren, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Spieler, die hauptsächlich wegen der Investition in ihre Sammlung zu Magic kommen, werden in Standard öfter enttäuscht als in Modern oder Commander, wo Karten ihren Wert besser halten.

Wie baut man ein Standard-Deck?

Ein Standard-Deck folgt denselben Grundregeln wie jedes andere Constructed-Deck in Magic: mindestens 60 Karten, maximal 4 Kopien einer Karte (ausgenommen Basis-Länder), plus ein optionales Sideboard mit maximal 15 Karten.

Wenn du ein Standard-Deck von Grund auf baust, empfehle ich dir zuerst meinen Ratgeber zum Deckbau, in dem ich alle grundlegenden Prinzipien erkläre. Hier konzentriere ich mich auf die spezifischen Besonderheiten des Standard-Formats.

Wähle zuerst deine Strategie. Die drei grundlegenden Archetypen in Standard sind wie in allen Constructed-Formaten: Aggro, Midrange und Control. Aggro-Decks wollen mit günstigen, schnellen Kreaturen so früh wie möglich gewinnen. Midrange-Decks spielen mächtige Karten im mittleren Manabereich und versuchen, das Spiel in ein vorteilhaftes Tauschverhältnis zu zwingen. Control-Decks stören gegnerische Pläne mit Counterzaubern und Boardwipes und gewinnen spät im Spiel durch Zeichenvorteile oder große Finisher.

Verstehe die aktuelle Mana-Basis. Standard hat aktuell relativ gute Dualländer, besonders durch die Tri-Lands aus Wilds of Eldraine und die Fetchland-Äquivalente aus neueren Sets. Trotzdem gilt: Weniger Farben bedeuten eine konsistentere Mana-Basis. Zweifarben-Decks sind in Standard fast immer konsistenter als Dreifarben-Decks.

Analysiere die Manakurve. In Aggro-Decks willst du viele 1- und 2-Mana-Karten, damit du von Runde 1 an Druck aufbaust. Midrange-Decks konzentrieren sich auf den 3- und 4-Mana-Bereich. Control-Decks brauchen frühe Interaktion (günstige Counterzauber, Removal) und späte Gewinnbedingungen.

Budget-Tipp: Wenn du mit einem begrenzten Budget anfängst, schau dir Mono-Colour-Decks an. Mono-Rotes Aggro ist zum Beispiel traditionell eines der günstigsten wettbewerbsfähigen Decks in Standard, weil es viele günstige Commons und Uncommons nutzt. Durch Foundations sind viele dieser günstigen Karten jetzt dauerhaft verfügbar, was die langfristige Investition sicherer macht.

Sideboard nicht vergessen. Das Sideboard ist in Standard genauso wichtig wie in jedem anderen kompetitiven Format. Für Best-of-Three-Matches (das offizielle Turnierformat) tauschst du zwischen den Games gezielt Karten aus, um gegen spezifische Strategien besser aufgestellt zu sein. Typische Sideboard-Karten sind Graveyard-Hate, Enchantment-Removal und spezifische Antworten gegen die stärksten Decks im Meta.

Auf einen Blick

  • Mindestens 60 Karten, maximal 4 Kopien (außer Basis-Länder), optionales 15-Karten-Sideboard
  • Zuerst Archetyp wählen: Aggro, Midrange oder Control
  • Weniger Farben = konsistentere Mana-Basis
  • Budget-Einstieg: Mono-Colour-Aggro ist am günstigsten
  • Sideboard ist für Best-of-Three-Turniere genauso wichtig wie das Hauptdeck

Aktuelle Decks und starke Karten im Standard-Meta 2026

Der Standard-Meta im Frühjahr 2026 wird von einigen wiederkehrenden Archetypen dominiert. Ich gebe dir hier einen Überblick über die wichtigsten Strategien und Karten — nicht als fertige Decklisten, sondern als Orientierung, welche Richtungen gerade stark sind.

Rotes Aggro ist und bleibt eine der zuverlässigsten Strategien in Standard. Effiziente Ein-Mana-Removal-Zauber und schnelle Kreaturen sorgen dafür, dass der Gegner von Zug 1 an unter Druck steht. Kombiniert mit schnellen 1-Mana-Kreaturen aus Outlaws of Thunder Junction und den Drachen-Synergien aus Tarkir: Dragonstorm hat Rotes Aggro viele Optionen.

Blaue Kontrolle und Blaue Kombo profitieren von effizienten Gegenzaubern und Kartenvorteil, um gegnerische Bedrohungen früh zu neutralisieren und das Spiel in die späten Runden zu ziehen, in denen die eigenen Trümpfe überlegen sind.

Grün-Weiße Tokens und Midrange nutzen die starken Token-Generatoren aus Bloomburrow zusammen mit Auras und Enchantments aus Wilds of Eldraine. Diese Strategie erzeugt viel Kartenvorteil durch Enchantments und kann gleichzeitig über eine breite Kreaturenbasis aggressiv und defensiv spielen.

Schwarz-basierte Midrange hat durch Duskmourn starke Karten bekommen, die den Graveyard als Ressource nutzen. Duskmourn ist das Setting für viele der stärksten schwarzen Karten im aktuellen Standard.

Drachendecks haben durch Tarkir: Dragonstorm eine neue Ebene bekommen. Drachen-Synergien sind mächtig, aber teuer in der Mana-Kurve — sie brauchen eine solide frühe Spielphase, um bis zu den großen Drachen zu kommen.

Ein wichtiger Hinweis zum Meta: Standard verändert sich schnell. Was ich hier beschreibe, entspricht dem Stand von Anfang 2026. Nach jedem neuen Set und nach jeder großen Banlist-Änderung kann sich das Bild komplett verschieben. Aktuelle Decklisten findest du am besten auf MTGGoldfish, MTGA Zone oder Moxfield.

Wo spielt man Standard?

Standard ist das am weitesten verbreitete kompetitive Format in Magic und entsprechend gut mit Spielmöglichkeiten ausgestattet.

Friday Night Magic (FNM) ist der wöchentliche Standardtermin in deinem lokalen Spieleladen, mit kleinem Eintrittspreis vor Ort. Die Stimmung ist entspannt und gut für Einsteiger geeignet, aber das ist der Papier-Ableger des Formats — für den Arena-Alltag relevanter ist die Ranglisten-Praxis unten.

MTG Arena ist das digitale Pendant und für Standard der ideale Trainingsplatz. Du kannst dort kostenlos Standard-Decks bauen (durch tägliche Missionen und Events) und jederzeit gegen andere Spieler antreten. Der Ranked-Modus auf Arena folgt dem offiziellen Standard-Regelwerk inklusive der aktuellen Banlist. Für viele Spieler ist Arena mittlerweile das primäre Standard-Erlebnis.

Qualifier-Turniere und Regional Championships sind der Weg ins höhere kompetitive Spiel. Regional Championships finden mehrmals im Jahr statt und sind für Spieler gedacht, die über FNM hinausgehen wollen. Die Top-Finisher qualifizieren sich für noch größere Events.

Die Pro Tour ist das Spitzenniveau im kompetitiven Magic. Dort spielen die weltbesten Spieler um Preisgelder im sechsstelligen Bereich. Der Weg zur Pro Tour führt über gute Ergebnisse bei Regional Championships und offiziellen Qualifikations-Events.

Mitternachts-Prereleases und Set-Launch-Events sind besondere Gelegenheiten. Bei diesen Events anlässlich des Erscheinens eines neuen Sets spielst du zwar Limited, nicht Standard — aber du kannst dir dabei Karten für dein Standard-Deck erspielen.

Standard vs. andere Formate

Wo liegt Standard im Vergleich zu anderen Constructed-Formaten? Diese Frage stellen sich viele Spieler, die nicht wissen, mit welchem Format sie anfangen sollen.

Standard vs. Pioneer: Pioneer umfasst alle Karten ab dem Herbst 2012. Der Kartenpool ist deutlich größer als in Standard, die Decks sind teurer und komplexer, aber die Karten rotieren nicht. Wer einmal in Pioneer investiert, kann dasselbe Deck jahrelang spielen. Standard ist günstiger beim Einstieg, erfordert aber kontinuierliche Investitionen.

Standard vs. Brawl: Brawl ist Arenas 1-gegen-1-Singleton-Format mit einem Commander und einer 99-Karten-Bibliothek. Die Formate spielen sich grundlegend anders — Brawl dreht sich um deinen Commander als Deck-Motor, Standard ist ein klassisches 60-Karten-Constructed-Format ohne Singleton-Regel. Viele Spieler wechseln zwischen beiden: Brawl für kreativen Deckbau mit Lieblingskarten, Standard für den kompetitiven Aspekt. Mehr dazu im Brawl-Ratgeber.

Standard vs. Limited: Draft und Sealed sind keine Constructed-Formate — du baust dein Deck spontan aus Packs. Standard ist für Spieler, die ein eigenes Deck bauen und optimieren wollen. Limited ist für Spieler, die ohne Vorbereitung spielen wollen und weniger Wert auf Deckbau legen.

Auf einen Blick

  • Standard ist günstiger als Pioneer und Modern, aber Karten rotieren regelmäßig
  • Pioneer und Modern sind teurere Einmal-Investitionen ohne Rotation
  • Commander ist ein soziales Format — kaum mit dem kompetitiven Standard zu vergleichen
  • Für den kompetitiven Einstieg ist Standard das zugänglichste Format

Häufige Fragen und Fehler von Einsteigern

Aus meiner Erfahrung mit Spielern, die neu ins Standard-Format einsteigen, gibt es einige Fragen und Irrtümer, die immer wieder auftauchen. Ich gehe die wichtigsten davon durch.

„Mein Lieblings-Set ist nicht mehr Standard-legal — kann ich es trotzdem spielen?” Im offiziellen Standard-Format nein. Sobald ein Set rotiert ist, sind alle Karten daraus nicht mehr Standard-legal. Wenn du diese Karten weiter spielen willst, musst du in Pioneer oder einem anderen Format spielen, das größere Kartenpools erlaubt.

„Wie finde ich heraus, ob eine bestimmte Karte Standard-legal ist?” Der einfachste Weg ist Scryfall. Auf Scryfall kannst du jede Karte suchen und siehst sofort, in welchen Formaten sie legal ist. MTG Arena zeigt dir ebenfalls an, welche Karten du im Standard-Deckbau verwenden kannst.

„Ist ein teures Deck automatisch ein gutes Deck?” Nicht zwingend. In Standard gibt es regelmäßig Situationen, in denen günstige Decks teurere Decks schlagen. Der Kartenwert eines Decks sagt viel über die Nachfrage nach diesen Karten aus, aber nicht immer etwas über die tatsächliche Spielstärke. Trotzdem stimmt es, dass die stärksten Karten im Meta auch am teuersten sind.

„Sollte ich mein Deck zwischen Games 2 und 3 immer komplett neu bauen?” Nein — ein Sideboard ist keine Ersatzlösung, sondern eine Ergänzung. Du tauschst typischerweise 5 bis 10 Karten aus, nicht das gesamte Deck. Welche Karten du eintauschst, hängt von der Strategie des Gegners ab.

„Muss ich wirklich vier Kopien von jeder wichtigen Karte spielen?” Bei den Schlüsselkarten deines Decks in der Regel ja. Vier Kopien maximieren die Wahrscheinlichkeit, diese Karte in deiner Eröffnungshand oder in den ersten Zügen zu ziehen. Es gibt Situationen, in denen zwei oder drei Kopien sinnvoll sind — zum Beispiel bei Karten mit sehr hohen Manakosten oder Karten, die sich gegenseitig behindern, wenn du mehrere davon auf dem Feld hast (viele Legenden, zum Beispiel).

„Ist Standard auf Arena genauso wie auf dem Papier?” Ja, mit einer wichtigen Ausnahme: Auf Arena spielst du standardmäßig Best-of-One (kein Sideboard) oder Best-of-Three. In lokalen Stores und auf Turnieren wird fast ausschließlich Best-of-Three gespielt. Wenn du dich für Turniere vorbereiten willst, solltest du auf Arena im Best-of-Three-Modus spielen.

„Was ist ein Mulligan in Standard?” Das Mulligan-System in Standard ist dasselbe wie in allen anderen Formaten: die London-Mulligan-Regel. Du kannst deine Starthand beliebig oft auf 7 Karten mischen, musst aber für jeden Mulligan eine Karte unter dein Deck legen. Bei einer 6-Karten-Hand legst du eine Karte unten ein, bei einer 5-Karten-Hand zwei und so weiter. Richtig Mulliganen zu lernen ist eine der wichtigsten Fähigkeiten im Standard-Spiel.

FAQ

Wie viele Karten hat ein Standard-Deck?

Ein Standard-Deck besteht aus mindestens 60 Karten. Es gibt keine Obergrenze, aber fast alle kompetitiven Decks spielen genau 60 Karten — mehr Karten bedeuten, dass du deine Schlüsselkarten seltener ziehst. Dazu kommt optional ein Sideboard mit maximal 15 Karten für Best-of-Three-Spiele.

Darf ich in Standard die gleiche Karte viermal spielen?

Du darfst von jeder Karte maximal vier Kopien in deinem Deck haben (Haupt- und Sideboard zusammen gezählt). Einzige Ausnahme sind Basis-Länder wie Wald, Insel, Sumpf, Berg und Ebene — davon kannst du so viele spielen, wie du willst.

Ja. Foundations wurde von Wizards of the Coast explizit als dauerhafter Anker für das Standard-Format designed. Es rotiert nicht mit dem normalen Jahresrhythmus, sondern bleibt mindestens bis 2029 Standard-legal. Karten aus Foundations sind also eine sichere Investition für Standard-Spieler.

Kann ich Karten aus unterschiedlichen Sets mischen?

Ja. Ein Standard-Deck kann Karten aus allen derzeit Standard-legalen Sets enthalten. Du kannst zum Beispiel Karten aus Foundations, Duskmourn und Tarkir: Dragonstorm frei miteinander kombinieren. Das einzige Kriterium ist, dass alle Karten in deinem Deck aktuell Standard-legal sind.

Was ist der Unterschied zwischen Standard und Standard+ auf MTG Arena?

Standard+ war ein vorübergehend auf Arena angebotener Modus, der einen größeren Kartenpool als das offizielle Standard-Format hatte. Er ist nicht identisch mit dem offiziellen Standard-Format. Für kompetitiven Play gilt immer das offizielle Standard-Format.

Was passiert mit meinen Karten nach der Rotation?

Deine physischen Karten verlieren nach der Rotation nur ihre Standard-Legality — nicht ihren Wert und nicht ihre Spielbarkeit in anderen Formaten. Viele Standard-Karten werden zu wertvollen Pioneer- oder Commander-Karten. Auf MTG Arena verlierst du den Zugang zu rotierten Karten im Standard-Modus, kannst sie aber weiterhin in Historic oder anderen Nicht-Standard-Formaten nutzen.

Wie lange dauert ein Standard-Match?

Ein einzelnes Game in Standard dauert typischerweise 10 bis 20 Minuten. Ein Best-of-Three-Match mit Sideboarding und möglicher Entscheidungspartie kann also 30 bis 60 Minuten dauern. Bei FNM-Turnieren werden meist 50-Minuten-Runden gespielt.

Wo bekomme ich aktuelle Standard-Decklisten?

Die besten Quellen für aktuelle Standard-Decklisten sind MTGGoldfish (zeigt Meta-Analysen und Preistrends), Moxfield (größte Community für Deckbuilding), MTGA Zone (speziell für Arena-Spieler) und die offiziellen Wizards-Ergebnisse von Turnieren. Nach jedem größeren Turnier werden die Top-8-Decklisten veröffentlicht und sind ein guter Ausgangspunkt für die eigene Deckentwicklung.


Standard ist das Format, das Magic kompetitiv hält, ohne den Zugang für neue Spieler zu versperren. Die Rotation sorgt dafür, dass frische Strategien immer wieder eine Chance haben, und durch Foundations bleiben einige der besten Karten der Magic-Geschichte dauerhaft verfügbar.

Wenn du gerade anfängst, empfehle ich dir, mit einem günstigen Mono-Colour-Deck bei FNM einzusteigen und dich durch die Spiele weiterzuentwickeln. Die meisten Standard-Spieler, die ich kenne, haben genau so angefangen — und sind geblieben, weil das Format nie langweilig wird.

Wenn du noch unsicher bist, ob Standard das richtige Format für dich ist, oder wenn du mehr über den Deckbau wissen willst, schau dir meinen Deckbau-Ratgeber an. Und wenn du dir Gedanken über die Manakurve deines Decks machen willst, hilft dir mein Artikel zur Manakurve in Magic weiter.